3 TIPPS FÜR DEN CAFÉ-VERKAUF

SABRINA_LORENZ-MUENCHEN

Du hast dich also für den Schritt entschieden, dein Café zu verkaufen. Ich weiß, wie sich ein Café-Verkauf anfühlt. Zum einen spürst du vermutlich eine Art Erleichterung und zum anderen bist du sicher auch ein bisschen traurig.
Jetzt heißt es aber, den Blick nach vorne richten, denn dich erwartet eine wundervolle neue Zukunft, die sicher auch sehr spannend und ereignisreich wird.

Jetzt hast du aber noch ein paar wichtige Schritte zu tun, bis dein Kaufvertrag unterschrieben ist und du die Schlüssel übergibst.
Ich habe dir mal die drei wichtigsten Fragen ausformuliert, die mir Cafébetreiber immer stellen, wenn sie den Weg in Richtung Verkauf gehen wollen.

Dieser Blogbeitrag beschreibt meine drei Tipps für einen Café-Verkauf, welche Entscheidungen ich beim Verkauf des Café Lotti getroffen habe und was ich meinen Kunden rate.

1. Wo finde ich potenzielle Käufer?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten und ich empfehle dir, verschiedene Maßnahmen gleichzeitig zu ergreifen. Bevor du aber loslegst, solltest du dir eine Art „Wunschzettel“ von deinem Traumkunden oder auch Nachfolger machen. Notiere genau, was und wen du dir vorstellst, wie es weitergehen soll und was dir sonst noch wichtig ist.

Wenn dies geschehen ist, kannst du mal überlegen, ob es in deinem näheren Umfeld potenzielle Käufer gibt, z.B. Gäste, Freunde, Bekannte oder auch Mitarbeiter.

Dann gehst du einen Schritt weiter und schaust im Gastronomienetzwerk, bzw. bei der „Konkurrenz“ rund um dich, ob es da jemanden gibt, der dir oder dessen Laden dir sympathisch ist und fragst diesen an. Ich habe z.B. eine Mail an alle Münchner Cafébesitzer geschrieben, die ich kannte und sie gefragt.

Als nächstes kannst du Lieferanten oder auch Dienstleister fragen, ob ihnen jemand einfällt oder sie sich mal umhören können, da ihre Kunden ja auch Gastronomen sind. Ich habe es z.B. meinem Kaffeemaschinenbetreuer erzählt, denn er hat ein großes Gastronomen-Netzwerk. Auch Neu-Kunden, die ein Café eröffnen wollen, brauchen eine Kaffeemaschine und könnten ihm von ihrem Plan erzählen.

Der nächste Schritt ist, dass du es online inserierst, z.B. bei Immobilienscout oder Ebaykleinanzeigen. Ich habe dort allerdings ohne den Namen eingestellt, aber mit Fotos und auch allen wichtigen Informationen.

Denke aber auch daran, dass du vorab auf jeden Fall deinen Vermieter informierst. Er sollte einer der ersten sein, damit er es nicht durch Zufall „hintenrum“ erfährt und eure Geschäftsbeziehung dann zum Ende hin noch schwierig wird.

2. Wann soll ich meine Mitarbeiter und Gäste informieren?

Als für mich klar war, dass ich mein Café nicht mehr weiter betreiben möchte, habe ich gleich relativ am Anfang meine festen Mitarbeiter in Einzelgesprächen informiert und dann meine Aushilfen in einer Teamsitzung. Ich war wirklich sehr offen und ehrlich wie sonst auch, habe ihnen das Café auch angeboten und sie um ihr Verständnis und ihren Rückhalt bis zum Schluss gebeten.

Die Reaktionen waren toll und sie haben mich wirklich bis zum Schluss zu 100% unterstützt.

Ich habe sie auch mitentscheiden lassen über den potenziellen Käufer und ihnen war es immer möglich sich ein Bild zu machen. Da meine Nachfolger auch mein gesamtes Team übernommen haben, war für mich wichtig, dass die Chemie einigermaßen passt.

Die Gäste habe ich erst relativ zum Ende hin, also eine Woche vor der Übergabe informiert. Über Facebook, Instagram und einen sehr ehrlichen und offenen Blogbeitrag. Ich war in der gesamten Zeit immer sehr offen und transparent. Hab keine Angst! Wenn du ehrlich bist und deine Beweggründe offenlegst, erntest du bestimmt genauso viel Verständnis, Unterstützung und gute Wünsche wie ich.

Meine Freunde, meine Familie habe ich gleich am Anfang bzw. die engsten Gäste je nach Gefühl informiert. Du kennst dein Umfeld am besten. Höre auf dein Bauchgefühl, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist und sage ihnen ehrlich und auch offen, wenn und dass du ihre Unterstützung brauchst.

3, Was ist wichtig für den Verkauf?

Da gibt es mehrere Punkte, die dafür relevant sind. Hier mal die für mich Wichtigsten:

Überlege dir genau deinen Kaufpreis. Den kannst du professionell ermitteln. Mach auch für deine Interessenten eine Aufstellung aller Dinge, die du veräußern möchtest, damit dein Käufer weiß, was er alles bekommt. Prüfe vorab auch alle Verträge (auch Arbeitsverträge), die du vielleicht hast und nimm das auch mit in deine Aufstellung auf. Des weiteren sollest du auch alle BWAs und Jahresabschlüsse parat haben und dazu eine Verschwiegenheitserklärung für deine Interessenten erstellen, damit diese deine Zahlen nicht nach außen tragen.

Gib denen, die wirklich Interesse haben die Möglichkeit, mal ein paar Stunden oder einen Tag in deinem Lokal mitzuarbeiten und zeig ihnen alles, was sie sehen möchten. Ich habe meine Käufer immer als „Freunde“ angesehen, wir haben auch jetzt noch ein gutes Verhältnis und sie freuen sich immer, wenn ich sie mal besuchen komme.

Überlege dir auch ob du deine Marke bzw. deinen Namen mitverkaufen möchtest, denn auch den kannst du unter Umständen zu Geld machen. Je nachdem wie erfolgreich dein Café ist.

Wenn du dich für deinen persönlich richtigen Käufer entschieden hast, setze unbedingt mit einem Anwalt einen Vertrag auf, damit dort alles genau geregelt wird.

Was für mich im letzten Monat noch wichtig war, war, dass ich alles noch in Ordnung gebracht habe, aufgeräumt und aussortiert habe und mich in diesem Prozess stückchenweise verabschiedet habe. Wenn dir danach ist, dann nimm dir auch die Zeit zu trauern und das alles zu verarbeiten. Das ist völlig normal, denn dies war vermutlich dein Baby und eine sehr intensive Zeit.

Wenn du Unterstützung benötigst beim Verkauf oder dem Prozess Richtung Verkauf, dann melde dich sehr gerne bei mir.

Ich freue mich von dir zu hören!

Deine Sabrina

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